Zur antieuropäischen und antiitalienischen Stimmungsmache in der „Zeitung für Deutschland“. Der Qualitätsjournalismus schreckt auch vor Erfindungen nicht zurück

Der Sprecher des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), Wolfgang Proissl, sieht sich genötigt, in einem Leserbrief Donnerstag, 4. Oktober 2018, Seite 9) italien- und europafeindliche Erfindungen aus der Wirtschaftsredaktion der FAZ zu dementieren:

„Zu den Berichten ‚Defizite in Rom‘ (F.A.Z. vom 29. September) und ‚Lega-Chef Salvini: Europa ist mir völlig egal‘ (F.A.Z. vom 1. Oktober): In einem Bericht über die Haushaltspläne der italienischen Regierung heißt es in der Samstagsausgabe, dass ‚Europa im Saatenrettungsfonds ESM Garantien für Italiens Staatsschulden übernahm‘. Diese Behauptung wird in einem weiteren Bericht am Montag wiederholt. Die Aussage, der ESM habe Garantien für Italiens Staatsschulden übernommen, ist falsch. Italien hat nie den Zugang zu den internationalen Finanzmärkten verloren. Deshalb hatte Italien nie ein Rettungsprogramm mit dem ESM oder seiner befristeten Vorläuferinstitution EFSF. Der ESM hat aus diesem Grund weder Garantien für Italiens Staatsschulden übernommen noch Italien Notkredite gewährt.

Der ESM und der EFSF haben bislang Rettungsdarlehen an fünf Eurostaaten vergeben: Irland, Portugal, Griechenland, Spanien und Zypern. Die Darlehen sind grundsätzlich immer an strenge Reformauflagen gekoppelt. Da der ESM zur Finanzierung seiner Notkredite Anleihen begibt, fließen bei den Rettungsprogrammen keine Steuermittel und es kommt zu keinen Transfers. Dabei garantiert auch Italien, wie Deutschland und alle Euro-Mitgliedstaaten, durch eingezahltes und abrufbares Kapital die ESM-Anleihen.“

Die Richtigstellung versteckt die FAZ in der Leserbriefspalte.

 

 

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